JobRad Österreich Geschäftsführer Edwin de Jong mit einem JobRad

Edwin de Jong: Alle Arbeitnehmer:innnen in Österreich sollten Zugang zum Dienstrad haben

Kategorie

Für Arbeitgeber, Für Arbeitnehmer:innen, Für Fachhändler

Themenschwerpunkt

Fahrradleasing

Datum

Oktober 2023

Im Interview: Edwin de Jong, Geschäftsführer von JobRad Österreich, über die Bedeutung des Dienstradleasings, wo es heute steht – und seine Zukunft.

“Immer mehr Arbeitgeber werden die Schlüsselrolle des Dienstrads bei Mitarbeitenden-Gesundheit und Mobilitätswende erkennen.”

Edwin de Jong

Geschäftsführer

Edwin, fangen wir mit deiner Person an: Was hat dich zu JobRad geführt?
Begonnen hat es damit, dass im Januar 2020 Uli Prediger, der Erfinder des Dienstrads in Deutschland, auf mich zukam. Zum Jahreswechsel war das Steuerreformgesetz in Kraft getreten, die Basis für das Dienstrad in Österreich. Man wusste: Bald wird da was gehen. Uli wollte diese Chance nutzen und wurde auf mich aufmerksam: Ein Niederländer und damit quasi schon durch Geburt ein Fahrradexperte – in Holland fahren ja schließlich alle Rad –, ein Fachmann für Leasing und dazu noch einer, der schon jahrelang in Wien arbeitet ... den musste er einfach kennenlernen. Also lud er mich zu einem Gespräch mit ihm und Holger Tumat ein. Die beiden führten damals gemeinsam JobRad Deutschland.

Kanntest du damals schon Dienstradleasing?
Ehrlich gesagt, nein. Uli und Holger erklärten mir das JobRad-Modell – und es hat mich derart überzeugt, dass ich auf der Stelle zugesagt habe. Mir war sofort klar: Beim Dienstrad gibt es nur Gewinner. Und davon bin ich jetzt, drei Jahre später, immer noch überzeugt. Arbeitgeber, Arbeitnehmer:innen, die ganze Fahrradwirtschaft, unsere Umwelt ... alle profitieren immens, wenn mehr Menschen Rad fahren.

Was für eine Art von Radfahrer bist du?
Ich glaube, da bin ich ganz der Niederländer. Bei uns ist das Rad normal. Jede:r hat eines, viele Leute mehrere. In den Niederlanden ist das Rad das Mittel, um vor Ort von A nach B zu kommen. Dass Fahrradfahren nicht überall so gesetzt ist, haben meine Familie und ich gemerkt, als wir 2010 nach Düsseldorf gezogen sind. Wir haben damals ein Lastenrad mitgebracht und unsere drei Kinder damit zur Schule gefahren, wie wir es von zuhause gewohnt waren. Die Leute haben uns mit offenen Mündern nachgeschaut. Inzwischen hat sich das in Deutschland zum Glück komplett geändert.

Kolleg:innen des JobRad Österreich Teams

Kommen wir zur Firma JobRad. In welcher Beziehung steht JobRad Österreich zu JobRad Deutschland?
Rechtlich gesehen sind wir, die JobRad Österreich GmbH, eine Schwesterfirma der JobRad Deutschland GmbH und stehen beide unter dem Dach der JobRad Holding. Praktisch vereinen wir das beste beider Welten: Wir sind ein österreichisches Unternehmen mit eigener Identität und Kultur, einem eigenen Team und einem österreichischen Produkt, dem Dienstrad. Gleichzeitig haben wir den Draht nach Deutschland und damit Zugang zu mehr als zehnjähriger Erfahrung. Was sich in Deutschland bewährt hat, haben wir übernommen – und bei Bedarf den hiesigen Verhältnissen angepasst –, gleichzeitig konnten wir einigen Fallstricken aus dem Weg gehen.

Es gibt mittlerweile viele Anbieter für Dienstradleasing. Was unterscheidet JobRad von anderen Anbietern?
Zum einen, wie eben gesagt, unsere Expertise. Zum anderen, dass wir uns nicht mit weniger als optimalen Lösungen zufriedengeben. Das kann man zum Beispiel am Datum unseres Markteintritts ablesen: im Oktober 2021, mehrere Monate, nachdem andere Anbieter bereits vorgeprescht waren. Wie kam das? Wir wollten vom ersten Tag an unseren Kunden ein ausgereiftes Produkt anbieten, 100 % verlässlich und praktisch in der Handhabung. Nur so bringen wir Menschen dauerhaft aufs Rad. Was uns auch wichtig ist: Wir wollen das Dienstradleasing weiterentwickeln, noch besser machen – sowohl das JobRad als auch die allgemeinen rechtlichen Rahmenbedingungen. Beispielsweise können JobRad-Fachhandelspartner seit August 2023 Räder an JobRadler:innen verschicken. Damit haben wir die Grundlage dafür geschaffen, dass Mitarbeitende noch dieses Jahr Ihr JobRad auch über Direktversender bestellen können, in Österreich und im europäischen Ausland. Auch bei unserer Versicherungslösung stehen kommendes Jahr weitere Verbesserungen an. Und das sind nur zwei Beispiele aus unserer langen Liste von Verbesserungen, an der wir arbeiten.

Nehmen wir an, eure Lobbyarbeit führt zum Erfolg. Wo siehst du das Dienstrad in fünf Jahren?
Hoffentlich überall! In wenigen Jahren wird für Arbeitgeber das Dienstrad Standard sein. Bietet man den Mitarbeitenden keines an, fragt man sich warum. In Deutschland ist dieser Punkt schon fast erreicht und ich glaube, dass wir in Österreich schneller dorthin kommen werden, die Entwicklung hier ist noch dynamischer. Gleichzeitig, hoffe ich, wird sich die Einstellung der Arbeitgeber verändern. Heute ist ihr wichtigstes Motiv sich für das Dienstrad zu entscheiden, Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Angesichts des Fachkräftemangels absolut nachvollziehbar und richtig: Das Dienstrad ist zweifellos ein höchst attraktives Benefit. In Zukunft, glaube ich, werden immer mehr Arbeitgeber die Schlüsselrolle des Dienstrad bei der Mitarbeitenden-Gesundheit und Mobilitätswende erkennen. Mit geringem Einsatz, zum Beispiel einem Zuschuss von 10 oder 20 Euro auf die monatliche Rate, kann ich als Arbeitgeber auf diesen Gebieten Großes bewegen. Für die Mitarbeitenden und das eigene Unternehmen – und unsere Gesellschaft und Umwelt. Und das ist, worum es bei JobRad geht!

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