Fitstore ist ein Unternehmen, welches 1996 seinen Anfang mit nur einer Person nahm - Werner Zanier. Durch kontinuierliche Entwicklung und Freude an der Profession wuchs diese Zahl auf aktuell über 100 Mitarbeiter:innen.
Nachhaltigkeit, Innovation, Dienstradleasing - verschiedene Thematiken von unterschiedlicher Bedeutung für das Unternehmen. Wir sprachen mit Gründer Werner Zanier.
Was war der ursprüngliche Impuls, Fitstore zu gründen – und wie hat sich die Vision seither weiterentwickelt? Was waren die prägendsten Meilensteine und größten Herausforderungen auf diesem Weg?
Zum Ende meiner sportlichen Laufbahn hatte ich auch das Gefühl, beruflich einen Weg gehen zu müssen, der leistungsorientiert und eigenständig ist. Also Selbstständigkeit. Gestartet als Einpersonenunternehmen mit einem Büro im eigenen Einfamilienhaus, mit Werkstätte in der Garage und Lager im Keller, hat sich der Betrieb in den letzten fast 30 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Den ersten Jahresumsatz aus 1996 machen wir heute mit über 100 Mitarbeitern in wenigen Stunden. In diesen 30 Jahren hat sich die Richtung immer wieder verändert. Heute ist der Bereich der Fitnessgeräte gegenüber dem Segment Fahrrad und E-Bike nur noch untergeordnet. Es gab aber Jahre, wo wir über 100 Container aus Asien pro Jahr importierten. Ein klarer Umsatzschub entstand natürlich durch das Segment der E-Bikes, auf das wir uns schon sehr früh konzentriert haben. Die größte Herausforderung liegt unmittelbar hinter uns. Die Fahrradindustrie wurde nach dem Covidboom vom Handel mit Bestellungen geflutet, die dann nicht abgenommen wurden. Extrem hohe Lagerstände und ein damit verbundener Preisverfall waren die Folge. Wir haben in dieser Zeit Altbestände mit Verlust „verwertet“ und auf eine Mischung aus Aktionsposten und innovativer Neuware gesetzt. Das zweite Quartal 2025 war dann wieder extrem stark – das beste unseres Bestehens.
Welche Bedeutung hat das Thema Dienstradleasing für Fitstore – strategisch wie gesellschaftlich?
Das Thema Dienstradleasing ist für uns strategisch in der Planung bereits enthalten und wir versuchen auch, Arbeitgeber von dieser Form der Mitarbeitermotivation und -bindung zu überzeugen. Wir sehen das Segment noch als Zusatzumsatz aber für die Zukunft mit viel Potential. Personen, denen aus finanzieller Sicht nicht die Möglichkeit gegeben ist, mit Radfahren oder E-Biken anzufangen, wird der Einstieg ermöglicht. Und diese Finanzierungsform führt auch zu einem höheren Durchschnittspreis.
Nachhaltigkeit ist in der Branche ein großes Thema. Welche konkreten Maßnahmen ergreift Fitstore bei diesem Thema? Wie sehr haben sich Prozesse und Maßnahmen im Thema Umwelt seit der Gründung 1996 weiterentwickelt? Auf welche umwelttechnischen Meilensteine ist das Unternehmen besonders stolz?
Nachhaltigkeit hat in unserem Unternehmen einen extrem hohen Stellenwert. Zum Einen aus Überzeugung und zum Anderen aus Marketinggründen. Unser Betriebsgebäude ist zu 100% energieautark. Vor 4-5 Jahren haben wir hier massiv investiert in Passivhausbauweise, PV Systeme, thermische Solaranlagen, Wärmepumpe und Akkuspeicher. Reststoffe wie Plastik und Kartonagen werden über eigene Maschinen dem Recycling zugeführt und unsere Verpackungsmaterialien sind plastikfrei und recyclebar. Unsere Mitarbeiter werden zur Nutzung von Fahrrädern und E-Bikes für den Weg zur Arbeit motiviert und auch für die Freizeit stehen kostenlose E-Bikes zur Verfügung. Bereits seit 9 Jahren sind alle Firmen PKW´s vollelektrisch. Kunden können ihr Elektroauto während dem Einkauf bei uns kostenlos aufladen.
Fitstore ist ein Unternehmen, welches in ganz Österreich vertreten ist. Gibt es bundeslandspezifische Unterschiede in Sachen Nachfrage und Nutzung von Fahrrädern?
Ja, es gibt sogar Unterschiede bei den durchschnittlichen Rahmengrößen. Darüber hinaus generieren wir die größten Stückzahlen an Fahrrädern im Versandhandel und sehen auch hier, dass man zum Beispiel nach Norddeutschland keine Enduro E-Bikes wie in Tirol, aber dafür jede Menge Trekkingräder verkauft.
2013 sind Sie schon auf den E-Bike Trend aufgesprungen. Stagniert oder wächst dieser Markt weiterhin?
Wir gehen von einem sehr stabilen Markt für E-Bikes aus. Selbst wachsen wir in diesem Segment seit 2013 kontinuierlich und erwarten für das laufende Jahr 15-20% Umsatzsteigerung. Hier sind Innovationen von enormer Bedeutung und führen zu Wiederholungskäufen.
Gründer Werner Zanier und Sohn Mario
Fahren Sie selbst regelmäßig Fahrrad – und wenn ja: Welches Modell steht bei Ihnen in der Garage?
Ich selbst fahre etwa 10.000 km Fahrrad im Jahr. Das ist etwa das doppelte, was ich beruflich mit dem PKW fahre und das gibt mir ein gutes Gefühl.
Meine aktuellen Räder sind:
- BMC Roadmachine 01 ONE als Rennrad
- BMC Unrestricted 01 ONE als Gravelbike
- Cannondale Scalpel Lab71 als 120mm MTB
- Fully Kneissl Worldchampion 05 als E-Bike Enduro
Wie sieht die Fahrradnutzung bei Ihren Mitarbeitern und Angestellten aus? Werden Fahrräder als Transportmittel auch für die Arbeit verwendet oder beschränkt sich die Nutzung auf Freizeitaktivitäten?
Unsere Mitarbeiter werden zur Nutzung von Fahrrädern und E-Bikes für den Weg zur Arbeit motiviert und auch für die Freizeit stehen kostenlose E-Bikes zur Verfügung. Regelmäßig und mehrmals pro Woche erfolgen Pre- oder Afterworkausfahrten mit dem Rennrad oder E-Bike. Unsere Arbeitszeitmodelle ermöglichen Mitarbeitern auch in der Mittagspause bis zu zwei Stunden aufs Rad zu steigen. Und wir haben auch einen Firmenfitnessbereich der gut genutzt wird.