Dienstradleasing und Refurbished Bikes: REBIKE setzt auf das zweite Leben fürs Fahrrad
Themenwelt
Für Arbeitgeber, Für Arbeitnehmer:innen, Für Fachhändler
Schwerpunkt
Interview, Aktuelles, Fahrradleasing
Datum
August 2026
Refurbished Bikes entwickeln sich vom Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil moderner Mobilitätsangebote. REBIKE-CEO und Co-Gründer Thomas Bernik spricht darüber, welche Rolle Dienstradleasing dabei spielt, warum professionell aufbereitete Fahrräder für immer mehr Menschen interessant werden und welche Chancen sich daraus für Fachhandel, Beschäftigte und eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft ergeben.
Wer sich für ein Bike „mit zweitem Leben“ statt Neuproduktion entscheidet, schont Ressourcen und reduziert CO2-Emissionen. Ein Argument, das gerade bei jüngeren Zielgruppen zunehmend zählt.
Thomas Bernik
Rebike Mobility GmbH, CEO und Co-Gründer von REBIKE Mobility
Thomas Bernik, stell dich bitte kurz vor: Wofür steht ihr, und was macht euch als Fahrradfachhändler aus?
Mein Name ist Thomas Bernik, ich bin CEO und Co-Gründer von REBIKE Mobility. Gemeinsam mit unserem COO Sven Erger habe ich REBIKE 2018 gegründet – aus der Garage heraus, hin zum europaweit führenden Anbieter für professionell aufbereitete, refurbished E-Bikes und Fahrräder. Unser Kerngeschäft ist die zertifizierte Wiederaufbereitung gebrauchter Bikes, vor allem Leasingrückläufer, in unserem eigenen Refurbishment-Center in Kempten im Allgäu, einem der modernsten seiner Art in Europa. Dabei verstehen wir uns weniger als klassischen Fahrradfachhändler, sondern als spezialisierten Omnichannel-Anbieter: Unsere europaweiten Online-Shops, Marktplätze sowie eigene REBIKE Stores und Shop-in-Shops bei Decathlon greifen nahtlos ineinander und bieten Kunden maximale Flexibilität beim Kauf. Was uns ausmacht, ist die Kombination aus einem breiten Bike-Sortiment – von Trekking- über Gravel- und Rennrad bis MTB und Cargo, von zahlreichen Top-Marken – mit technischer Expertise, Transparenz und einem klaren Qualitätsversprechen. Jedes Bike durchläuft bei uns einen zertifizierten Refurbishment-Prozess, bevor es bei neuen Nutzern ein zweites Leben beginnt.
Wie lange beschäftigt ihr euch bereits mit Dienstradleasing, und wie hat sich das Thema bei euch im Geschäft entwickelt?
Mit Dienstradleasing beschäftigen wir uns schon seit den Anfängen von REBIKE, als wir unsere Sourcing-Kanäle für gebrauchte Bikes aufgebaut haben. Richtig durchgestartet sind wir ab 2022, als wir mit großen Leasingfirmen den Rückkauf strategisch und operativ aufgesetzt haben. Seitdem betreiben wir auch ein dediziertes Refurbished-Leasing-Programm, bei dem zurücklaufende Leasingräder gezielt aufbereitet und erneut verleast werden. Wir nennen es intern „Refurb into Leasing“. Verändert hat sich vor allem die Dimension: Was einmal eine Nische war, ist heute ein fester, schnell wachsender Baustein unseres Geschäfts – getragen von steigenden Leasingrückläufern und einer wachsenden Nachfrage, auch für refurbished Bikes.
Was REBIKE ausmacht, ist die Kombination aus einem breiten Bike-Sortiment von zahlreichen Top-Marken – mit technischer Expertise, Transparenz und einem klaren Qualitätsversprechen.
Wie kommt Dienstradleasing aus deiner Sicht im Bereich Refurbished an?
Sehr gut, mit einer Dynamik, die ich vor einigen Jahren nicht erwartet hätte. Der Markt für refurbished Leasingräder ist seit 2023 um fast 200 Prozent gewachsen, das zeigen die ZIV-Marktdaten 2025. Bemerkenswerter ist dieses Tempo. Immer mehr Arbeitnehmer nutzen ein Leasingrad, entsprechend wächst die Zahl der Rückläufer – und mit ihr die Nachfrage nach geprüften, preislich attraktiven Alternativen zum Neurad. Ein klarer Preisvorteil, geprüfte Qualität und Nachhaltigkeit geben für unsere Kunden den Ausschlag.
Welche Vorteile bringt Dienstradleasing für Fachhändlerinnen und Fachhändler?
Für den Handel ist Dienstradleasing ein verlässlicher, planbarer Umsatzbaustein mit hoher Kundenbindung. Wer ein Leasingrad least, kommt in der Regel nach drei Jahren in der Regel wieder – das schafft wiederkehrende Kontaktpunkte, die es im klassischen Einmalverkauf nicht gibt. Refurbished-Angebote erschließen zusätzlich eine preissensiblere oder nachhaltigkeitsbewusste Zielgruppe, ohne Rabatte auf Neuware geben zu müssen. Und die Rückläufer selbst liefern einen gut kalkulierbaren Warenstrom fürs Refurbished-Geschäft.
Welche Fahrradtypen werden besonders häufig über die Kaufoption mit Dienstradleasing nachgefragt?
Rund 90 Prozent unseres Sortiments sind E-Bikes, nur etwa 10 Prozent klassische Fahrräder ohne Motor. Im Leasingkontext liegt der E-Bike-Anteil eher noch höher, weil E-Bikes für den Arbeitsweg besonders attraktiv sind. Am stärksten gefragt sind Trekking- und City-E-Bikes für den Pendelalltag, aber auch Cargobikes gewinnen bei Familien und im urbanen Lastentransport an Bedeutung. Rennrad- und Gravelbikes spielen eine kleinere, wachsende Rolle.
Bei REBIKE profitieren Kunden von bis zu 60 Prozent Preisvorteil gegenüber einem Neukauf, kombiniert mit einer zweijährigen Garantie auf Motor und Akku – eine smarte Alternative ohne Kompromisse bei Qualität oder Sicherheit.
Was glaubst du sind die Hauptgründe warum sich Käufer:innen für ein Gebrauchtrad statt einem Neurad entscheiden?
An erster Stelle steht für die meisten der Preis: Bei REBIKE profitieren Kunden von bis zu 60 Prozent Preisvorteil gegenüber einem Neukauf, kombiniert mit einer zweijährigen Garantie auf Motor und Akku – eine smarte Alternative ohne Kompromisse bei Qualität oder Sicherheit. Zweiter wichtiger Punkt ist Nachhaltigkeit: Wer sich für ein Bike „mit zweitem Leben“ statt Neuproduktion entscheidet, schont Ressourcen und reduziert CO2-Emissionen. Ein Argument, das gerade bei jüngeren Zielgruppen zunehmend zählt.
Wie nimmst du die Entwicklung von refurbished Bikes der letzten Jahre wahr?
Ich beobachte eine echte Professionalisierung des Marktes. Vor wenigen Jahren war „gebraucht“ im Bike-Bereich noch stark mit Kleinanzeigen und viel Unsicherheit verbunden. Heute etablieren sich professionelle Refurbishment-Anbieter, die Sicherheit geben, wie durch zertifizierte, transparente Refurbishment-Prozesse wie unser TÜV-geprüfter Standard bei REBIKE. Das schafft Vertrauen. Denn Vertrauen ist der Hebel, der die Akzeptanz du das Marktwachstum 2023 überhaupt erst möglich gemacht hat.
Was versteht ihr im Fachhandel unter einem refurbished Bike?
Für uns ist ein refurbished Bike ein gebrauchtes Rad, das eine vollständige technische Prüfung, Wartung und bei Bedarf den Austausch verschlissener oder funktionsrelevanter Teile durchlaufen hat, um den ursprünglichen Funktionszustand wiederherzustellen. Einheitliche Branchenstandards gibt es dafür bislang nicht, deshalb setzen wir bei REBIKE auf einen eigenen, TÜV Rheinland zertifizierten Prozess nach dem Standard „Geprüfter Prozess“ – gerade weil sich die Qualität von Anbieter zu Anbieter stark unterscheiden kann.
Welche Vorteile haben refurbished Bikes aus deiner Sicht für Kundinnen und Kunden?
Drei Dinge kommen zusammen: Preis, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Preislich sprechen wir von bis zu 60 Prozent Ersparnis gegenüber Neurädern, abgesichert durch eine zweijährige Garantie auf Motor und Akku. Sicherheitsseitig profitieren Kunden von einem geprüften, dokumentierten Zustand statt einem Blindkauf. Und ökologisch verlängert jedes zweite Leben eines Bikes dessen Nutzungsdauer, statt Ressourcen für ein neues Rad aufzuwenden.
Für welche Zielgruppen sind refurbished Bikes besonders interessant?
Das Spektrum ist breit: Wir erreichen preisbewusste ebenso wie qualitäts- und nachhaltigkeitsorientierte Kunden über nahezu alle Altersgruppen und Bike-Kategorien – von City- über Trekking-. MTB bis Cargobikes. Ältere Menschen gewinnen mit einem E-Bike oft ein Stück Mobilität und Lebensqualität zurück, jüngere schätzen den Fahrspaß und die Flexibilität durch Motorunterstützung. Was sie eint: Sie wollen ein Qualitätsprodukt, ohne den Neupreis zu zahlen.
Wie passt das Leasing von refurbished Bikes zum Thema Nachhaltigkeit?
Auf zwei Ebenen sehr gut. Erstens verlängert Refurbishment die Lebensdauer hochwertiger Bikes, schont Ressourcen und reduziert CO2-Emissionen gegenüber einer Neuproduktion. Zweitens erzeugt gerade das Leasingmodell den passenden Kreislauf: Nach Ablauf eines Leasingzyklus kommen die Räder zu uns zurück, durchlaufen ein zertifiziertes Refurbishment und stehen als refurbished Leasingrad erneut Nutzern zur Verfügung. Ökonomischer und ökologischer Vorteil gehen hier tatsächlich Hand in Hand.
Worauf sollten Kundinnen und Kunden achten, wenn sie sich für ein refurbished Bike interessieren?
Am wichtigsten sind nachvollziehbare, transparente Angaben zu Zustand und Historie – gerade beim Akku, einem der teuersten und sicherheitsrelevantesten Bauteile. Seriöse Anbieter legen Ladezyklen, Restkapazität und Softwarestand offen, statt nur „geprüft“ zu behaupten. Genauso wichtig sind eine belastbare Garantie und ein Service, der auch nach dem Kauf erreichbar ist.
Welche Rolle spielt Qualitätssicherung bei refurbished Bikes?
Eine zentrale Rolle. Bei REBIKE durchläuft jedes Rad in Kempten über 100 Prüfschritte mit modernsten Systemen: Reinigung, detaillierte Zustandsprüfung, Austausch verschlissener Komponenten, technische Prüfung von Akku und Motor inklusive Software-Updates und abschließend eine Qualitätskontrolle mit Probefahrt. Diesen Prozess haben wir uns im Rahmen eines TÜV-Audits offiziell bestätigen lassen: Unser Premium-Refurbishment-Programm erfüllt die Anforderungen des TÜV Rheinland Standards „Geprüfter Prozess“. Hinzu kommt unsere exklusive Partnerschaft mit Bosch: Seit Juli 2026 erhalten Bikes mit Bosch Smart System das digitale Zertifikat „Certified by Bosch“ – es zeigt auf einen Blick Akku-Restkapazität, Ladezyklen, Motor-Laufleistung und Systemstatus, transparent und nachvollziehbar für jeden Käufer.
Wie wichtig ist die fachgerechte Aufbereitung durch den Fachhandel?
Absolut entscheidend. Das ist der Unterschied zwischen einem professionell refurbished Bike und einem privat weiterverkauften Gebrauchtrad. Sicherheitsrelevante Komponenten wie Akku, Motor und Bremsen erfordern spezialisiertes Know-how, Werkzeug und geschultes Personal – das kann ein privater Marktplatz nicht leisten. Fachgerechte Aufbereitung ist deshalb kein Nice-to-have, sondern die Voraussetzung dafür, dass refurbished Bikes im Markt ernsthaft bestehen können.
Was ist aus Fachhändlersicht wichtig, damit Dienstradleasing reibungslos funktioniert?
Es braucht reibungslose digitale Prozesse, klare Kommunikation mit dem Leasinganbieter und verlässlichen Service über die Bestellung hinaus. Für uns kommt in Österreich noch ein Punkt dazu: Wir haben dort aktuell keinen eigenen stationären Store, sondern sind ausschließlich online aktiv. Kunden bestellen ihr REBIKE über den Online-Shop; ein physisches Anfassen und Probefahren vor Ort ist – außer bei einem Store-Besuch über die Grenze – aktuell nicht möglich. Wichtig ist, das gegenüber Leasingnehmern von Anfang an transparent zu kommunizieren – genau die Transparenz, die wir auch beim Produkt selbst leben.
Welche Trends beobachtest du aktuell im Fahrradhandel?
Drei Entwicklungen fallen mir besonders auf: Erstens die weiter wachsende Bedeutung von E-Bikes über praktisch alle Kategorien hinweg, inklusive Cargobikes. Zweitens eine zunehmende Digitalisierung des Kaufprozesses – etwa durch Beratungstools wie unseren Bikefinder, der Kunden online zum passenden Bike führt. Und drittens eine echte Kreislaufwirtschaft-Bewegung: Leasingrückläufer, unser eigenes Trade-in-Portal – über das Kundinnen und Kunden ihr altes Bike direkt beim Handel in Zahlung geben können – sowie digitale Zertifikate wie „Certified by Bosch“ sorgen dafür, dass Second-Life-Produkte zunehmend Vertrauen genießen.
Wie wird sich Dienstradleasing deiner Meinung nach in den nächsten Jahren entwickeln?
Ich gehe von weiterem Wachstum vor allem für Refurbished Leasing aus, getragen von der Nachfrage nach nachhaltigen, preislich attraktiven Mobilitätslösungen. Damit das Potenzial voll ausgeschöpft wird, braucht es klare Qualitätsstandards, transparente Zustands- und Prüfinformationen, verlässliche Garantien sowie eine stärkere Verzahnung digitaler und stationärer Vertriebskanäle. Refurbished Leasingräder werden in wenigen Jahren ein selbstverständlicher Bestandteil jedes Leasingangebots sein, nicht mehr die Ausnahme.
Welche Chancen siehst du für Fachhändler, die Dienstradleasing und refurbished Bikes aktiv anbieten?
Vor allem die Chance, die Zielgruppe deutlich zu erweitern, ohne das bestehende Neurad-Geschäft zu kannibalisieren. Refurbished Leasing spricht preissensiblere und nachhaltigkeitsbewusste Kunden an, die sonst vielleicht gar nicht gekauft hätten. Damit das gelingt, muss der Fachhandel aber aktiv in den Refurbished-Kreislauf eingebunden werden. Aktuell profitiert er von zurücklaufenden Leasingrädern oft zu wenig, weil Aufbereitung und Wiedervermarktung vielfach zentral und ohne ihn ablaufen. Genau da liegt aus meiner Sicht die größte Stellschraube für die kommenden Jahre: Händler, die selbst Teil des Refurbished-Kreislaufs sind – über Rücknahme, Service oder Wiederverkauf –, sichern sich eine engere, langfristigere Kundenbeziehung und einen klaren Vorsprung in einem noch lange nicht ausgereizten Marktsegment.
Das Marktpotenzial ist groß und wächst schneller, als viele erwarten. Der Einstieg über etablierte Partner wie JobRad® ist unkompliziert, und refurbished Angebote ergänzen das Neurad-Geschäft.
Was begeistert dich persönlich am meisten am Thema Fahrrad und Mobilität?
Dass ein Bike wie kaum ein anderes Fortbewegungsmittel Freiheit, Gesundheit und Nachhaltigkeit verbindet. Besonders schön finde ich es, wenn ein Bike bei uns ein zweites Leben bekommt und jemand anderem genau diese Freiheit ermöglicht – sei es die ältere Dame, die mit E-Unterstützung wieder mobil ist, oder der Berufspendler, der aufs Auto verzichtet. Genau das treibt mich und mein Team an.
Was würdest du Fachhändlern sagen, die Dienstradleasing noch nicht anbieten?
Nicht zu lange zu warten. Das Marktpotenzial ist groß und wächst schneller, als viele erwarten. Der Einstieg über etablierte Partner wie JobRad® ist unkompliziert, und refurbished Angebote ergänzen das Neurad-Geschäft, statt es zu kannibalisieren – sie erschließen eine zusätzliche, oft übersehene Kundengruppe.
Was würdest du Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern raten, die über ein Dienstrad nachdenken?
Sich bewusst zu machen, dass ein refurbished Leasingrad eine echte, gleichwertige Alternative zum Neurad ist – meist mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis. Wichtig ist, auf Transparenz beim Zustand, insbesondere beim Akku, sowie auf Garantie und Zertifizierung zu achten. Unser Bikefinder hilft, das passende Modell zu finden – und ich empfehle, sich vorab beraten zu lassen und wenn möglich probezufahren.
Gibt es ein Fahrrad oder E-Bike, das dich zuletzt besonders überzeugt hat?
Ich war kürzlich von einem refurbished Cargo-E-Bike aus unserem eigenen Bestand überrascht, das nach der Aufbereitung technisch wie neu wirkte – inklusive frisch geprüftem Akku und aktueller Software. Solche Momente zeigen mir immer wieder, wie viel Qualität in einem Bike mit zweiten Leben stecken kann, wenn der Prozess stimmt.